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Genre: Film/Foto/Neue Medien
Musik


Stolz auf Stolz
Graz ehrte seinen Meister der Wiener Operette

Robert Stolz verband mit seiner Geburtsstadt Graz eine intensive emotionale Beziehung. In Graz entdeckte er die Musik für sich. Hier wurde der Meister der Wiener Operette und des Wiener Liedes im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres auch ausführlich gewürdigt. Eine Revue und eine Filmreihe zeigten nicht nur, welch außergewöhnliche musikalischen und vor allem melodischen Qualitäten das Schaffen von Stolz hatte, sie gaben auch Einblick in eine ungewöhnliche Künstlerbiografie.

Auch im heiteren Genre kann man ein ernst zu nehmender Künstler sein. Bei Jacques Offenbach ist das inzwischen Common Sense und Johann Strauß hat mittlerweile so gewichtige Fürsprecher aus der klassischen Zunft wie Nikolaus Harnoncourt. Bei Robert Stolz liegt der Fall - noch - etwas anders. Mag die etablierte Kritik einem Komponisten, der im deutsch-französischen Krieg heitere Lieder schrieb, das noch mit einem zugedrückten Auge durchgehen haben lassen, stellt sich das Problem für den 2. Weltkrieg - und damit für Robert Stolz - schon anders. Man kann und sollte eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Werk des großen Grazer Komponisten nur auf der Folie des historischen Zeitgeschehens führen.
Diese Absicht lag der Robert-Stolz-Revue "Die ganze Welt ist himmelblau: Eine Robert Stolz Revue" (konzipiert von Mathis Huber) zugrunde. Mit Werken wie "Zwei Herzen im Dreivierteltakt", "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein" oder "Adieu, mein kleiner Gardeoffizier" wurde das Panorama der unvergessenen Melodien von Robert Stolz ausgebreitet. Dabei führte die Revue zurück zum "wahrhaftigen", zum aggressiven und frechen Stolz der 20er und 30er, erinnerte aber auch an Stolz' musikalische Wurzeln, an Brahms und Bruckner. "Die ganze Welt ist himmelblau: Eine Robert Stolz Revue" präsentierte diese Musik auf dem Hintergrund von Spielszenen aus der Stolz-Biographie. So erzählte der Abend auch von den Verblendungen des 1. Weltkriegs, von der Zeit des Nationalsozialismus, in der Stolz Juden und politisch Verfolgte unter Einsatz seines Lebens außer Landes schmuggelte und schließlich von der politisch motivierten Emigration in die USA. Die Revue setzte fort, was für Stolz im Mittelpunkt seines Schaffens stand: ein Ereignis hochqualitativer Unterhaltungsmusik und gleichzeitig eine humane Botschaft, das "positive Erbe" der Ideale einer klassischen Kunsttradition, deren Kernbelange auch zwei Weltkriege nicht zerstören konnten.
Dem Filmkomponisten Robert Stolz war eine Reihe des Filmzentrums im Rechbauerkino gewidmet. Der Grazer Meister der Wiener Operette und des Wiener Liedes prägte auch durch seine zahllosen Tonfilmschlager den Sound seiner Langzeit-Ära. Nach einigen Begleitmusiken zu österreichischen Stummfilmen (z. B. "Der Millionenonkel", 1913) machte er 1930 mit "Zwei Herzen im Dreiviertel Takt", dem "ersten hundertprozentigen deutschen Ton- und Musikfilm", Furore. Dieser Welterfolg initiierte das Genre der Tonfilm-Operette und nahm stilistisch das Filmmusical Hollywoods vorweg. Mühelos etablierte sich Stolz in der Folge als kongenialer Partner profilierter Cineasten wie Géza von Bolvary, E. W. Emo, A. M. Rabenalt oder René Clair.

Idee und Konzeption: Dieter Pochlatko, Peter Spiegel (Filmretrospektive); Mathis Huber, Thomas Höft (Die ganze Welt ist himmelblau: Eine Robert Stolz Revue)
Durchführung: Filmzentrum im Rechbauerkino, Steirische Kulturveranstaltungen GmbH

Ein Projekt von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas.

Datum:02.05.2003 - 09.05.2003
Ort:Filmzentrum im Rechbauerkino
Helmut List Halle









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