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Programm

Zwang ist zwecklos
Lange Nacht der Toleranz
Am 08. Juli 2003 in der Kirche St. Andrä -Graz

"Zwang ist zwecklos" ist das Motto einer Nacht, die der Wiederentdeckung der Toleranz gewidmet ist - mit einer dramatischen 6stündigen Collage aus Texten, Musik, Aktionen und experimentellen Wahrnehmungssituationen in einer 6stündigen Rauminszenierung in der Grazer Kirche St. Andrä.

Freilegung einer verschütteten Geschichte
Wer Geschichte lernt, lernt von Kriegen und Machtkämpfen. Blutige Auseinandersetzungen wurden ideologisch verbrämt oder religiös legitimiert - und sie werden es bis heute. Weitaus weniger bekannt sind die Widersprüche gegen Menschenverachtung und Intoleranz. Es gibt auch eine Toleranzgeschichte, wenn ihre VertreterInnen auch oft wie die RuferInnen in der Wüste tätig waren und ihr Engagement immer wieder vom Krieg als Politik mit anderen Mitteln überrollt wurde. Terror, Staatsterror, Krieg gegen den Terror sind die aktuellen Vokabel, mit denen heute Idee und Praxis der Toleranz dem Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt geopfert werden.

Ein Forschungsauftrag aus der Menschenrechtsstadt Graz
Die Stadt Graz nimmt für sich in Anspruch, die Erste Europäische Menschenrechtsstadt zu sein. Vor diesem Hintergrund hat Graz 2003 einen Forschungsauftrag vergeben, um eine Spurensuche nach der toleranten Untergrundgeschichte Europas zu starten. Heinrich Schmidinger, Rektor der Universität Salzburg, hat die Textgrundlage gesichert und eine Anthologie der Toleranz, der weit über das Jahr der Kulturhauptstadt hinaus verwendbar bleibt.

"Wege zur Toleranz" - Geschichte einer europäischen Idee in Quellen
Das Buch als Ergebnis des Forschungsauftrags dokumentiert alle wesentlichen Texte - von den religiösen Fundamenten (Bibel, Tora, Talmud, Midrasch, Koran) über Mittelalter und Neuzeit bis zur Aufklärung (Lessing). Auf dem gesamten deutschsprachigen Buchmarkt gibt es noch keine brauchbare Ausgabe zu diesem Thema. Etliche AutorInnen sind zum ersten Mal in einer derartigen Quellensammlung vertreten, einige Text sind noch nie zuvor in modernem Deutsch erschienen.

Die Lange Nacht der Toleranz
Graz ist im Juli 2003 Schauplatz einer Interreligiösen Begegnung, bei der Initiativen einer toleranten Stadtkultur aus ganz Europa zusammengetragen, ausgewertet und zu Empfehlungen für den Europarat verarbeitet werden. Am dritten Tag der Konferenz wird die "Lange Nacht der Toleranz" einen wichtiger Teil des Programms darstellen - nicht nur für die Konferenzteilnehmer aus allen Religionsgemeinschaften Europas, sondern als öffentlich zugänglicher Event in der Mitte des Grazer Kulturhauptstadtjahres: Installation und Performance verwandeln St. Andrä für eine Nacht in den Schauplatz einer menschenfreundlichen Gegengeschichte, die zur Gegenwart wird.


Zeit: 08.07.2003, 20.00 Uhr
Ort: Kirche St. Andrä, Kernstockgasse 9
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