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human basics
sinnlos
Die Kunst / Die Körper / Die Fremdkörper

Die Gesellschaft hat viele Barrieren - und sie hat hart daran gearbeitet, sie zu bekommen.
"sinnlos" war ein work in progress, das die Methoden und Strategien der Be- und Verhinderung im täglichen Leben, in der Gesellschaft, in der Kunst thematisierte.

Die scheinbar simpelsten Erkenntnisse sind oft die nachhaltigsten: Dem eigenen Körper entkommt im Leben keiner.
Fragt sich also nur, wie jede/r sich sein Menschsein ganzheitlich einrichten kann oder darf. Der Mensch sei das Maß aller Dinge. Dieser Satz geistert wie eine unverrückbare "Wahrheit" über unserer Kultur, stellt aber eine ungeheuerliche Anmaßung dar. Genauso wenig wie es einen "Idealtypus" gibt, gibt es einen "Normtypus".
Wir alle gehören zu irgendeiner Minderheit und weichen gegenüber dem Durchschnitt in manchen Eigenschaften ab. Ja selbst jene, die dem Standard scheinbar in allem entsprechen, sind schon deshalb eine Minderheit, weil es nicht viele von ihnen geben kann. Für jede einzelne dieser Minderheiten stellen sich lediglich die Fragen: Wie sehr kommt die Mehrheit ihren Bedürfnissen nach? Wie sehr gleichen sich soziale Errungenschaften an die Variabilität der Menschen an?
"sinnlos" war kein "Behindertenprojekt", sondern ein Projekt, das die Methoden und Strategien der Be- und Verhinderung im täglichen Leben, in der Gesellschaft, in der Kunst thematisierte. "sinnlos" verstand sich auch als Postulat für "neu denken und handeln".
Die Diskriminierung "behinderter" Menschen durchzieht die Geschichte wie ein roter Faden, polemisch könnte man ihn auch als Fallstrick bezeichnen, und demonstriert, dass der Mensch in dieser Hinsicht des Menschen größter Feind ist. Der Mensch als Unmaß aller Dinge und Gegebenheiten.
Behinderung ist also nicht zuletzt ein soziales Konstrukt. Erst wo die Gemeinschaft die Variabilität und Vielfalt als Anlass für Diskriminierung sieht, wird sie zur Behinderung. Wo sie hingegen alles tut, um ihre Entfaltung zu ermöglichen, wird jede Ungleichheit zur Herausforderung.
"sinnlos" mochte ein hohes, fernes Ziel verfolgen: eine egalitäre Gesellschaft, die Differenz als Qualität und nicht als Stigma sieht.
Die Kunst ist dabei zu einem der letzten Zufluchtsorte für gesellschaftspolitische Experimente und Strategien der Veränderung geworden. Hier begann einer der Wirkungsbereiche von "sinnlos".
"sinnlos" war der Auftakt der Suche nach einem neuen Sensorium für eine CORPOREAL IDENTITY, nach einer neuen Form körperlicher und sinnlicher Identität und deren Akzeptanz. Vor diesem Hintergrund stellte sich auch die Frage nach dem Wesen, dem Wesentlichen einer Stadt, die für sich in Anspruch nimmt, europäische Kuturhauptstadt zu sein.
Ein vernetztes Ganzjahresprogramm diskutierte zahlreiche Aspekte dieses Themenkomplexes, eröffnete Diskurse und beleuchtete deren vielfältige Ausformungen, u. a. mittels einer wöchentlichen Radiosendung (Radio Helsinki 92,6 MHz) und einer Reihe von web-art-Projekten (www.sinnlos.st).
Ein Schwerpunkt dieser Auseinandersetzung wurde im Juni gesetzt. So fanden etwa eine international besetzte Ausstellung, eine Vortragsreihe, Konzerte, Performances, ein Clubbing für Hörende und Gehörlose statt. Begleitet wurde das Projekt von einer umfassenden Publikation mit theoretischen und dokumentarischen Beiträgen.

Idee und Konzeption: Wolfgang Temmel
Durchführung: Wolfgang Temmel, Evelyn Kraus; Mitarbeit: Michael Haberz, Werner Krause

sinnlos wurde senseless: Graz03-Ausstellung in Liverpool

Die Ausstellung sinnlos, zentraler Bestandteil des gleichnamigen Graz 2003-Projektes von Wolfgang Temmel, war auch in Liverpool, Europas Kulturhauptstadt des Jahres 2008, zu sehen.

Eröffnung: 29.10.2003, 18.00-20.00 Uhr
Dauer: 30.10-06.12.2003
Ort: bluecoat gallery, Liverpool

Ein Projekt von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas.

Datum:Ganzjährig mit Projekthöhepunkt von 05.06. bis 06.07. 2003
Ort:Dom im Berg
Graz2003-Gebäude
Künstlerhaus Graz
Öffentlicher Raum





externe links:
http://www.sinnlos.st




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