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Großausstellung im Renaissance-Schloss Eggenberg
Der Turmbau zu Babel
Ursprung und Vielfalt von Sprache und Schrift

Die vom Kunsthistorischen Museum Wien für Graz 2003 konzipierte und realisierte Großausstellung geht der Frage nach dem Ursprung und der Vielfalt von Sprache und Schrift nach. Ausgangspunkt dafür ist der biblische Mythos des "Turms zu Babel", der für die Sprachverwirrung und Zerstreuung der Menschheit steht.

Ausstellungsorganisator Wilfried Seipel hat zur Vorbereitung der Schau im Renaissance-Schloss Eggenberg ein aus über 70 ExpertInnen bestehendes Team versammelt, bei dem u. a. HistorikerInnen und ArchäologInnen, EthnologInnen, SprachwissenschafterInnen und BiologInnen mitwirkten. In drei großen Abschnitten wird die Thematik durch bedeutende Kunstwerke, archäologische und völkerkundliche Exponate aus internationalen Sammlungen sowie durch multimediale Installationen veranschaulicht.

Der erste Teil ("Der Turmbau zu Babel") bietet anhand von bedeutenden Kunstwerken der gesamten Kunstgeschichte Einblicke in die bisherige künstlerische Beschäftigung mit dem Motiv des "Turmbau zu Babel". Zusätzlich findet hier die in allen großen Weltmythen präsente Frage nach dem Ursprung der Sprachen Beachtung. Auch ein Überblick über die historischen Theorien zur Entstehung der Sprache wird hier vermittelt und der aktuelle Stand der archäologischen Forschung zum babylonischen Turmbau.

Im zweiten Teil ("Sprache") der Ausstellung spannt sich der Bogen von bisherigen Forschungsergebnissen zu den biologischen Voraussetzungen des Spracherwerbs bis zur Veranschaulichung der bestehenden Sprachenvielfalt und Sprachphänomene. Außerdem werden moderne, hoch spezialisierte Geräte zur maschinellen Spracherkennung und Sprachwiedergabe präsentiert.

Der dritte Teil ("Schrift") zeigt archäologisches und völkerkundliches Material. Hier wird erstmals versucht, im Rahmen einer Ausstellung der Geschichte der Schrift - von ersten neolithischen Ritzzeichnungen bis zu hoch technisierten elektronischen Leseautomaten, Schreib- und Speichermedien - in übergreifender Form gerecht zu werden. Zu sehen sind babylonische und assyrische Keilschriftsysteme, die erst vor wenigen Jahren entzifferte Mayaschrift, ägyptische Hieroglyphenschrift, die noch immer unentzifferten Schriften der Osterinsel, der Industal-Kulturen oder die kretischen Linear-A-Schrift u. v. m.

Ausstellung "Der Turmbau zu Babel": 06.04.2003-05.10.2003, Mo-So 10.00-18.00 Uhr, Do 10.00-21.00 Uhr
Schloss Eggenberg, Eggenberger Allee 90, 8020 Graz

Projektbeschreibung Der Turmbau zu Babel



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