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Genre: Lebensräume
Architektur/Kunst im öffentlichen Raum


Schattenobjekt Uhrturm
Der Uhrturm und sein Zwilling

Der Uhrturm am Schloßberg erhielt einen dreidimensionalen Schatten. Durch eine Stahlkonstruktion "materialisierte" der junge steirische Künstler Markus Wilfling den Uhrturmschatten. Dieser schwarze Doppelgänger stellte das Grazer Wahrzeichen noch stärker ins Rampenlicht der Öffentlichkeit.

Die Frage, wie Raum wahrgenommen wird, ist für Markus Wilfling von grundlegender Bedeutung. Mit seinem "Schattenobjekt Uhrturm" zeigte er, wie diese Wahrnehmung unser Bild von der Wirklichkeit beeinflusst. Der Grazer Uhrturm gilt als Wahrzeichen der Stadt, und seine Position wie auch seine Geschichte (von der Grazer Bevölkerung im 19. Jahrhundert von der damaligen französischen Besatzungsmacht freigekauft und dadurch vor der Zerstörung bewahrt) sind von wesentlicher Bedeutung für Graz und das Bild von dieser Stadt. Durch die Arbeit des Künstlers wurde das "Original" noch stärker betont und zog den Blick des Stadtflaneurs auf sich.
"Der Uhrturm in seiner Wirksamkeit als Wahrzeichen und Monument einerseits und auf Grund seiner kulissenhaft optimalen Platzierung im öffentlichen Raum von Graz andererseits hat mich dazu bewogen ihm einen dreidimensionalen Schatten als Skulptur zu geben." (Wilfling) Dieser "Schatten" konnte von verschiedenen Blickwinkeln aus gesehen werden und zeigte sich dabei in unterschiedlichen Erscheinungsformen. Sah man ihn beispielsweise vom Stadtzentrum aus, nahm man ihn als Umriss wahr. Bewegte man sich von dort Richtung Osten (Stadtpark) hob er sich ab, um als autonome Plastik neben dem Original zu erscheinen. Da man den Uhrturm auch schon aus relativ weiter Entfernung sehen kann, entstand bei bestimmten Lichtverhältnissen (Schlechtwetter, Dämmerung, extremes Gegenlicht) eine Art "Trugbild", das durch seinen ungewohnten Charakter den Betrachter/die Betrachterin in seinen Bann zog. Es war ein subtiler Eingriff im öffentlichen Raum, der ohne medientechnische Hardware auskam und dennoch in der Wahrnehmung einen virtuellen Charakter annahm.

Die Materialisierung von Nicht-Stofflichem, die der Künstler hier vornahm, erzeugte einen sehr einprägsamen Ausdruck für die komplexen Zusammenhänge, durch die unsere Wahrnehmung funktioniert. So zeigte der "Schatten" auf einen Blick, wie Bewegung und Umraum die Wahrnehmung beeinflussen.
Schatten existieren als projizierte Flächen in einem von Licht, Gegenstand und Raum bestimmten Wahrnehmungsfeld. Deshalb können sie als so etwas wie Zeichen der für einen Großteil der Menschen gültigen Konditionierung in der Betrachtung und Benützung von Raum im Allgemeinen und von öffentlichem Raum im Besonderen gelten. Wilflings Projekt thematisierte genau diese Konditioniertheit der Sicht des öffentlichen Raumes. Denn die Aufmerksamkeit, die der verdoppelte Gegenstand auf sich zog, verzögerte dessen Wahrnehmung. Anders als ein Kunstwerk, das in einer räumlich abgeschlossenen Situation als objekthafte Darstellung funktioniert, war das "Schattenobjekt" zwar ein Objekt, aber es ist nicht wie ein Kunstobjekt nach formalen Kriterien zu beurteilen, sondern machte als "Gegenstand hinter dem Gegenstand" den Betrachter/die Betrachterin auf die Strukturen seiner Wahrnehmung aufmerksam.

Idee und Konzeption: Markus Wilfling

Ein Projekt von Graz 2003 - Kulturhauptstadt Europas.

Datum:Ganzjährige Installation
Ort:Schloßberg, Uhrturmplatz





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